WE Heraeus Summer School
Quantum Noise and Quantum Optics in the Solid State
Rauschen und Dekohärenz spielen sowohl in der Quantenoptik als auch in der Festkörperphysik eine zentrale Rolle und werden seit jeher parallel und unabhängig vom jeweils anderen Feld bearbeitet. In jüngster Zeit hat sich jedoch - stimuliert von den neuesten Entwicklungen auf Gebieten wie der Quanteninformation, der makroskopischen Quantenkohärenz oder der kalten Atomgase - ein neues faszinierendes Forschungsfeld an der Grenze von mesoskopischer Festkörperphysik und Quantenoptik herausgebildet, das sich der Begriffswelt beider Gebiete bedient und mit seinen Fragestellungen in vielerlei Hinsicht physikalisches Neuland betritt.
Mit der WE-Heraeus-Sommerschule vom 5. bis zum 17. August hatten wir uns das Ziel gesetzt, eine Einführung sowohl in grundlegende Konzepte als auch neueste Entwicklungen in jedem der beiden Felder zu präsentieren und damit auch einen aktiven Beitrag zur Überwindung von "Sprachschwierigkeiten" beim Zusammenfließen zweier Wissenschaftsgebiete zu leisten. In jeweils zwei Doppelstunden erläuterten 13 auf ihren Gebieten führende Wissenschaftler den etwa 50 Teilnehmern aus 17 Ländern die Grundlagen des Quantenrauschens und der Zählstatistik in der Mesoskopik sowie Aspekte der Vielteilchenphysik und Quantenkohärenz in der Quantenoptik. In den überwiegend theoretischen Vorträgen wurden weiterhin Fragen der Quanteninformationsverarbeitung und die Elektrodynamik supraleitender Schaltkreise behandelt.
Darüber hinaus wurden eine Anzahl zusätzlicher Tutorien durchgeführt, deren Themen von den Teilnehmern selbst ausgewählt wurden. Hier wurden Themen wie Verschränkung in der Quanteninformation, Luttinger-Flüssigkeiten, mechanische Nanoresonatoren u.a. behandelt. Dieser Teil erwies sich als besonders erfolgreich und erfreute sich eines außerordentlichen Zuspruchs der Teilnehmer - die Tafelvorträge wurden (teilweise bis in den späten Abend hinein) durch intensive Diskussionen begleitet. Der bestens ausgestatte neue Hörsaal des Physikzentrums war dafür allzeit ein hervorragendes Podium.
Selbstverständlich gab es auch Gelegenheit, über die eigene Arbeit zu sprechen: in Kurzpräsentationen konnten die Teilnehmer den Inhalt ihrer Poster vorstellen. Die hohe Qualität dieser Präsentationen spiegelte sich in den beiden abendlichen Postersitzungen wider, die erst spät nachts endeten. Zum Abschluss der Schule vergab die Jury Preise für die besten Poster.
Die zwei Wochen der Schule waren einerseits geprägt von der wissenschaftlichen Aktivität der hochmotivierten Teilnehmer, andererseits aber auch von den vielen neuen Kontakten, dem geselligen Beisammensein an den Abenden und den beiden Wanderungen. Zweifellos trug die freundliche und offene Atmosphäre unserer Gemeinschaft entscheidend zum Gelingen der Sommerschule bei.
Wir möchten hier die allseitige Unterstützung und Professionalität der Mitarbeiter vom Physikzentrum hervorheben, denen der Dank aller Teilnehmer und der Organisatoren ebenso gilt wie der großzügigen Förderung unserer Sommerschule durch die WE-Heraeus-Stiftung.